Inhalt dieses Artikels
1Zwei Schlosstypen – ein großer Unterschied
Wer sich mit Türsicherheit beschäftigt, stößt schnell auf zwei grundlegende Schlosstypen: das Zylinderschloss und das Bartschloss (auch Buntbartschloss genannt). Beide sind in deutschen Haushalten weit verbreitet, unterscheiden sich jedoch erheblich in ihrer Funktionsweise und Sicherheit. Während Bartschlösser in Altbauten noch häufig an Innentüren zu finden sind, gelten Zylinderschlösser heute als Standard für Wohnungstüren und Hauseingänge.
2So funktioniert ein Bartschloss
Das Bartschloss ist der älteste Schlosstyp in der modernen Gebäudesicherheit. Der Schlüssel hat einen sogenannten Bart – ein flaches Profil, das beim Drehen den Riegel im Schloss bewegt. Die Konstruktion ist relativ einfach: Der Bart muss lediglich am Eingerichte (den Hindernissen im Schlossinneren) vorbeigeführt werden können.
- Einfache Mechanik: Schlüssel drückt den Riegel durch Drehbewegung
- Wenige Sicherheitsstufen: Alle Buntbartschlüssel einer Größe passen oft in mehrere Schlösser
- Typischer Einsatz: Innentüren, Zimmertüren, Kellertüren in Altbauten
- Erkennungsmerkmal: Der Schlüssel hat einen flachen, ornamentalen Bart
3So funktioniert ein Zylinderschloss
Das Zylinderschloss – genauer der Profilzylinder – arbeitet mit Stiftzuhaltungen. Im Inneren des Zylinders befinden sich federbelastete Stifte, die nur durch den passenden Schlüssel auf die richtige Höhe gebracht werden. Erst dann lässt sich der Zylinder drehen und der Riegel bewegen. Diese Mechanik bietet deutlich mehr Sicherheitsstufen als ein Bartschloss.
- Stiftzuhaltungen: Mehrere Stifte müssen exakt positioniert werden
- Hohe Varianz: Millionen unterschiedlicher Schließprofile möglich
- Standardisierte Maße: Austausch einfach durch genormte Profilzylinder (DIN 18252)
- Erkennungsmerkmal: Schmaler Schlüssel mit seitlichen Zacken/Vertiefungen
4Sicherheitsvergleich: Welches Schloss schützt besser?
Im direkten Vergleich bietet das Zylinderschloss einen deutlich höheren Einbruchschutz als das Bartschloss. Das liegt an der Komplexität der Stiftzuhaltungen und den zahlreichen Sicherheitsfeatures moderner Zylinder.
- Bartschloss: Sehr leicht zu öffnen mit einfachen Werkzeugen oder Dietrichen
- Zylinderschloss (Standard): Bietet grundlegenden Schutz gegen Gelegenheitsdiebe
- Sicherheitszylinder (z. B. ABUS, BKS, DOM): Hoher Schutz mit Aufbohrschutz, Ziehschutz und Sicherungskarte
- Polizeiliche Empfehlung: Mindestens VdS-Klasse B für Wohnungstüren
- Versicherungsanforderung: Viele Versicherer verlangen Zylinderschlösser an Eingangstüren
5Umrüstung: Wann und wie sollten Sie wechseln?
Wenn Ihre Wohnungstür oder Haustür noch ein Bartschloss hat, ist eine Umrüstung auf einen Profilzylinder dringend empfohlen. Das gilt besonders für Eingangstüren, die nach außen führen. Die Umrüstung erfordert in der Regel den Austausch des gesamten Einsteckschlosses, da Bartschlösser und Zylinderschlösser unterschiedliche Schlossgehäuse verwenden.
- Kosten: 89€ – 250€ für Schloss und Montage (je nach Sicherheitsstufe)
- Dauer: In der Regel unter einer Stunde durch einen Fachbetrieb
- Empfehlung: Mindestens Sicherheitszylinder mit Sicherungskarte wählen
- Zusatz: Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung erhöht den Schutz weiter
Häufige Fragen
Ist ein Bartschloss an der Wohnungstür erlaubt?
Gesetzlich gibt es kein Verbot, allerdings können Versicherungen den Schutz verweigern, wenn bei einem Einbruch nur ein Bartschloss an der Eingangstür war. Viele Mietverträge und Hausverwaltungen schreiben zudem Zylinderschlösser vor.
Kann ich ein Bartschloss selbst gegen ein Zylinderschloss tauschen?
Der reine Zylindertausch ist für Heimwerker möglich, wenn das vorhandene Einsteckschloss bereits einen Profilzylinder aufnimmt. Muss jedoch das gesamte Einsteckschloss gewechselt werden, empfiehlt sich ein Fachbetrieb, um Beschädigungen an Tür und Zarge zu vermeiden.
Was kostet die Umrüstung von Bartschloss auf Zylinderschloss?
Inklusive Material und Montage sollten Sie mit 89€ bis 250€ rechnen – je nach gewünschter Sicherheitsstufe des Zylinders und eventuell nötigem Schutzbeschlag.